dizang-bodhisattva

Dizang-Bodhisattva: Der Buddha, der die Hölle wählte

Es gibt einen Gelübde im chinesischen Buddhismus, der mich seit dem ersten Mal, als ich davon hörte, verfolgt: verwandte Lektüre: Buddha in China: Wie der Buddhismus durch die chinesische Kultur verwandelt wurde.

> 地狱不空,誓不成佛。 > Dìyù bù kōng, shì bù chéng fó. > "Bis die Hölle leer ist, gelobe ich, kein Buddha zu werden."

Diese acht Zeichen gehören zu Dizang Bodhisattva (地藏菩萨, Dìzàng Púsà) — bekannt im Sanskrit als Ksitigarbha — und sie repräsentieren vielleicht den radikalsten Akt des Mitgefühls in jeder religiösen Tradition. Dizang hatte sich das Recht verdient, ein Buddha zu werden, die ultimative spirituelle Befreiung zu erreichen. Stattdessen wählte er es, in der Hölle zu verweilen. Freiwillig. Unbegrenzt. Bis jedes leidende Wesen in jedem Höllenreich gerettet ist.

Die Hölle ist nicht leer. Sie könnte niemals leer sein. Dizang weiß das. Er bleibt trotzdem.

Wer ist Dizang?

Dizang ist einer der vier großen Bodhisattvas (四大菩萨, sì dà púsà) des chinesischen Buddhismus, zusammen mit Guanyin (观音, Guānyīn — Mitgefühl), Wenshu (文殊, Wénshū — Weisheit) und Puxian (普贤, Pǔxián — Praxis). Jeder repräsentiert einen anderen Aspekt des buddhistischen Pfades. Dizang repräsentiert das Gelübde (愿, yuàn) — die Kraft eines unzerbrechlichen Engagements.

| Bodhisattva | Chinesisch | Pinyin | Sanskrit | Tugend | Heiliger Berg | |-------------|------------|--------|----------|--------|-----------------| | Dizang | 地藏 | Dìzàng | Ksitigarbha | Gelübde | Berg Jiuhua (九华山) | | Guanyin | 观音 | Guānyīn | Avalokitesvara | Mitgefühl | Berg Putuo (普陀山) | | Wenshu | 文殊 | Wénshū | Manjushri | Weisheit | Berg Wutai (五台山) | | Puxian | 普贤 | Pǔxián | Samantabhadra | Praxis | Berg Emei (峨眉山) |

Sein Name ist aufschlussreich. Di (地) bedeutet "Erde." Zang (藏) bedeutet "Schatz" oder "Lagerhaus." Dizang ist der "Erden-Schatz" — derjenige, der in sich all den Reichtum der Erde, all das Potenzial zur Erlösung, das unter der Oberfläche des Leidens vergraben liegt, enthält.

In der chinesischen Buddhistenkunst wird Dizang typischerweise als Mönch dargestellt — mit rasiertem Kopf, einfachen Gewändern, ohne Krone oder Schmuck. Dies ist für einen Bodhisattva ungewöhnlich; die meisten werden als Prinzen dargestellt, geschmückt mit aufwendigen Kronen und Halsketten. Dazangs klösterliches Aussehen betont seine Demut und seine Identifikation mit den gewöhnlichen Praktizierenden statt mit himmlischer Königlichkeit.

Er trägt zwei markante Gegenstände: - Ein khakkhara (锡杖, xī zhàng): Ein Mönchsstock mit Metallringen, die beim Schütteln klingeln. Man sagt, der Klang öffne die Tore zur Hölle. - Ein cintamani (如意宝珠, rúyì bǎo zhū): Ein wunsch-erfüllender Edelstein, der die Dunkelheit der Unterwelt erhellt.

Die Ursprünge

Das Dizang Bodhisattva Sutra (地藏菩萨本愿经, Dìzàng Púsà Běn Yuàn Jīng) — einer der beliebtesten buddhistischen Texte in Ostasien — erzählt mehrere Geschichten über Dizangs frühere Leben, die sein Gelübde erklären.

Das Brahmanenmädchen: In einem früheren Leben war Dizang eine junge Brahmanenfrau, deren Mutter gestorben war und für ihre Sünden in die Hölle gefallen war. Das Mädchen war am Boden zerstört. Sie verkaufte alles, was sie besaß, machte Opfergaben zum Buddha dieser Ära und durch die Kraft ihrer Hingabe...

Über den Autor

Götterforscher \u2014 Forscher für chinesische religiöse Traditionen.

Share:𝕏 TwitterFacebookLinkedInReddit